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Sofie Royer & Wolfgang Lehmann empfehlen - Die Lieblingsfilme der Popfest-Kurator:innen
In den letzten Jahren hat sich das cineastische Warm Up am Karlsplatz zum fixen Bestandteil zur Einstimmung beim Popfest etabliert. Während im Stadtkino Downtown 81 mit Jean-Michel Basquiat und Gimme Danger von Jim Jarmusch rund um Iggy Pops Stooges laufen, präsentieren wir euch am 19. Juli gemeinsam mit dem Popfest und dem Volxkino Stefan Ruzowitzkys Tempo zu seinem 30-jährigen Jubiläum. Und wer es nicht nach Wien schafft, dem bieten die Kurator:innen Sofie Royer und Wolfgang Lehmann das Filmprogramm für zuhause.
Ich liebe Filme aus fast allen Genres, aber Mise-en-scène und der Ton/Soundtrack machen für mich vieles aus. Da muss die Story oder die Handlung nicht mal so konkret sein, solange es evokativ ist.
Sofie Royer, Juli 2026
Mich interessiert ein Film, wenn er eine Atmosphäre schafft, die mich vollkommen in ihren Bann zieht, mich alles um mich herum vergessen lässt und mich im Idealfall auch noch lange nach dem Abspann beschäftigt.
Wolfgang Lehmann, Juli 2026
Wien als Ort spielt in vielen Filmen eine tragende Rolle. Habt ihr einen Lieblingsfilm, bei dem ihr das Gefühl habt, hier wird „euer Wien“ dargestellt?
Dear John von Hans Scheugl, aber ich bin zugleich John und Hans. (sr) |
Another Coin for the Merry-Go-Round ist für mich vor allem aufgrund der Schauplätze und der Mitwirkenden aus meinem Bekanntenkreis eng mit meinen Erinnerungen an die Wiener Underground-Szene der späten 2000er- und frühen 2010er-Jahre verknüpft. (wl) |
Gibt es einen Film, den ihr mit einem besonderen Soundtrack verbindet?
Auf der Suche nach Oum Kulthum — ich liebe Oum Kulthum so sehr und dieser Film war wahnsinnig schön gestaltet. Backstage Wiener Staatsoper auch extrem herrlich, da man so viele Live-Mitschnitte der Musik bekommt. (sr) |
Die Soundtracks von The Trouble with Being Born und Die Vermieterin sind zum Beispiel großartig, aber der Film Tempo und vor allem der dazugehörige Soundtrack von Patrick Pulsinger und Erdem Tunakan haben mich bereits als Teenager geprägt. Da ich den Film zum ersten Mal in den 90ern gesehen habe, in einer Zeit, in der eine Internetrecherche noch etwas komplizierter war, habe ich erst nach der ersten Zusammenarbeit mit Patrick herausgefunden, dass er bei Tempo mitgewirkt hat. (wl) |
Welchen Film empfehlt ihr für den Kater nach dem Popfest?
Maria Lassnig: Animationsfilme und Maria Lassnig: Selbstporträts. Etwas Verspieltes, Schönes, Spannendes, um der Inspiration freien Lauf zu lassen. Von der Chaise Longue aus. (sr) |
The Day After steht für mich ganz im Zeichen der Dokumentation: Forms In Relation to Life: Die Wiener Werkbundsiedlung wäre zum Beispiel passend. Während des Architekturstudiums meiner Frau Beate sind wir öfter zum Spazieren und Rezipieren in die Werkbundsiedlung gefahren – ein wunderschöner Ort. (wl) |
Auch die Indiekultur spielt eine große Rolle beim Popfest. Welchen österreichischen Indiefilm könnt ihr besonders empfehlen?
Robin’s Hood von Jasmin Baumgartner. Ich spiele in ihren letzten zwei (noch nicht veröffentlichten) Spielfilmen mit und finde, man kann sie von der österreichischen Filmlandschaft nicht wegdenken. Auch unbedingt nicht verpassen, ihren Kurzfilm, Bye Bye Bowser, mit Luna Jordan in der Hauptrolle. (sr) |
Der Begriff Indie ist für mich stark an die DIY-Kultur gebunden. In diesem Zusammenhang möchte ich Sparschwein von Christoph Schwarz empfehlen. Es gibt wenige Filme, die das zermürbende Thema Klimakrise so humorvoll und unterhaltsam behandeln. Außerdem feiere ich in diesem Film mein rund fünfsekündiges Leinwanddebüt. (wl) |
Ein unterschätztes Highlight?
Loos Ornamental von Heinz Emigholz. Spannend für alle Adolf Loos-Fans, und vom Stil her erinnerte er mich an Los Angeles Plays Itself von Thom Andersen, den ich liebe! |
Ich weiß nicht, ob der Film unterschätzt ist, aber FtWTF – Female to What The Fuck von Cordula Thym und Katharina Lampert ist für mich definitiv ein Highlight. (wl) |
Abschließend euer persönlicher Tipp fürs Popfest: Welchen Act sollte man auf keinen Fall verpassen, was sollte man auf jeden Fall dabei haben?
Wolfgang Lehmann: Sofie und ich werden alle Konzerte besuchen, schließt euch uns doch an! Das ist eine Empfehlung für jeden einzelnen Act. Eine Wasserflasche und je nach körperlicher Verfassung ein kleines Klappstühlchen.
Sofie Royer: En6o & Cave Club!









